ANKOMMEN BRAUCHT RAUM
Ein neuer Beginn im Bestand. Ein junges Paar, Mitte dreißig. Altbau im Zentrum der Stadt. Hohe Räume, gewachsene Struktur – und ein Eingang, der ohne Übergang in der Küche endet. Man tritt ein und ist sofort Teil des Geschehens. Unsere Antwort ist kein Bruch, sondern eine Verschiebung. Die bestehende Glasstruktur bleibt, erhält jedoch eine neue Rahmung. Warme, sanfte Nuancen legen sich über den Raum und nehmen ihm die Direktheit. Ein Samtvorhang zieht eine textile Grenze – nicht trennend, sondern begleitend. Transparenz bleibt, doch sie bekommt Rhythmus.
Im Mittelpunkt stehen Oberflächen in unterschiedlichen Ausprägungen. Vorhänge, Leuchten, Teppich, ledergepolsterte Stühle – eine fein abgestimmte Welt, die Licht filtert und Akustik dämpft. Textur ersetzt Härte. Atmosphäre entsteht aus Schichtung. Ein bewusst platziertes Spiegelobjekt erweitert den Raum optisch und bringt Helligkeit in den Eingangsbereich. Zugleich integriert es Gastherme und Heizkörper selbstverständlich in das Gesamtbild – Technik wird Teil der Gestaltung. Die Küche wirkt gefasst statt freigelegt. Das Speisezimmer dahinter gewinnt Tiefe und Selbstverständlichkeit. Alles steht in Beziehung. Nichts drängt sich auf.